Die Wahrheit über Shelby

Der Held gerät nach seiner Flucht aus einem Gefängnis  in ein Paralel Universum. Nachdem ihn der Amerikanische Geheimdienst wieder mit unheimlicher Brutalität in die Hände bekommen will, muß er erfahren, das er selber der Wissenschaftler ist der das Experiment eingeleitet hat. Aber dieses Wissen kann ihn nicht mehr retten.

Erster….

zweiter und dritter Band. Die Story erschien in Dänemark, Deutschland, Frankreich und USA. Die Coverillustrationen blieben immer identisch. Dann brachte Charlsen ……

 

..noch einen Sammelband heraus

Comments
5 Responses to “Die Wahrheit über Shelby”
  1. Benjamin Dietze sagt:

    Hallo, Matthias! Ich wollte dich mal fragen, ob dir selber schonmal die Ähnlichkeit zwischen einem deiner Cover für meine Lieblingsstory von dir und diesem Klassiker der Photogeschichte aufgefallen ist? http://smg.photobucket.com/user/tlatosmd/media/compare.jpg.html

    Die Ähnlichkeiten: In der Mitte, schlank, düster und grotesk aufragend, das Hauptmotiv, mit steilem Fall auf der Vorderseite, die nach rechts vom Betrachter zeigt. Links unten im Vordergrund eine Figur in Rückenansicht, rechter Arm angewinkelt, deren Blickachse nach hinten rechts in die Tiefe des Raums geht. Auch hinten links die Silhouette des Michels auf dem Cover hat ihre Entsprechung in einem ähnlichen Kuppelturmbau auf dem Photo. Die hinteren Kurven der Köhlbrandbrücke hinter den Pylonen scheinen den negativen Raum des türkisblauen Abendhimmels in der Photographie wiederzuspiegeln, wie oben der Blick von der schrägen Spitze des Flatiron Buildings nach links abwärts stürzt und durch die benachbarten kleineren Gebäude in ähnlichen Kurven weitergeschickt wird wie ebenjene besagten hinteren Kurven der Köhlbrandbrücke bei dir. Die rechts in der Ferne kleinerwerdende Baumreihe beim Flatiron Building schließlich gleicht dem sanften Abgleiten der Auffahrt der Köhlbrandbrücke nach vorne rechts hin.

    Man könnte auch eine Analogie dahingehend ziehen, daß dort, wo sich bei deinem Cover Amselsteins Hausboot befindet, auf dem Photo (unmittelbar vor einem Baum und deshalb, aufgrund der Silhouette, erst auf den zweiten Blick sichtbar) eine zweite, etwas kleinere Gestalt vor der größeren links befindet, so ähnlich, wie Shelby im Grunde auch Amselstein verfolgt und Amselstein in seinen Notizen von dem Gefühl schreibt, hinter sich selber herzugehen.

    Und schließlich natürlich der flaue, konstrastarme Gesamteindruck, den Steichen um 1910 erzielt hat, indem er das Flatiron Building in der Dämmerung bei Nebel und mit einem Weichzeichnerobjektiv photographiert und die Abzüge ähnlich wie dein Cover im Sinne der Abenddämmerung grötenteils türkis (und die Lichter im Bild in fahlem Gelb) koloriert hat.

    Mir ist die Ähnlichkeit selber erst aufgefallen, nachdem ich das Photo am Montag in einer Doku bei arte gesehen habe (mein Vater hat das Bild auch noch als großen Druck im Keller bei sich stehen, weshalb ich’s schon von klein auf kenne). Heute nacht habe ich dann geträumt, wie sich das Photo und dein Cover wie bei einer Doppelprojektion übereinanderschoben und ziemlich gut zusammengepaßt haben. Ich mußte jetzt für diesen Vergleich nur die untere Hälfte mit dem Gehweg und ein paar von den Bäumen spiegeln. Man sieht zwar ein paar Nahtstellen aufgrund meiner schlampigen Arbeitsweise heute nachmittag, aber im großen und ganzen kommt’s ziemlich gut hin, wie in meinem Traum.

    • Matthias Schulttheiss sagt:

      Lieber Benjamin,
      alle Achtung. Das hast Du gut beobachtet.Ich kannte das Bild nicht bis Du mir die Verlinkung geschickt hast. Ja, es bestehen Ähnlichkeiten. Bildliche, aber noch mehr die Stimmung. Mir schwillt die Brust mit diesem Kunstwerk verglichen oder in seine Nähe gebracht zu werden. Ich habe viel, und tue es immer noch,über das nachgedacht, was Menschen zu bestimmten Dingen und Verhalten bewegt und welche Stimmungen sie ähnlich empfinden lassen. Wenn ich eine Sequenz zeichne, die mich bewegt, muß ich mir ja sicher sein, das sie auch auf die Leser wirkt. Das ist natürlich kein Garant, aber zumindestens eine Annäherung an die mögliche Wirkung von Gefühlen. Und ich denke das auf Grund unserer genetischen Enwicklung in tausenden von Jahren auf ein und dem selben Planeten, auch bestimmte Eindrücke von vielen Menschen gleich emfunden werden. Gefühle die unter Anderem von Nebel, Dunkelheit Gewitter, verfallenen Gebäuden und Stürme ausgelöst werden haben wahrscheinlich kulturübergreifend ähnlich Wirkung auf Menschen ohne zu wissen warum. Daher ist es nicht verwunderlich, das hohe Gebäude, Schiffe und Menschen im Nebel ein probates Ausdrucksmittel für bestimmte Stimmungen sind.
      Mann, welche Wortgewalten. Wir zwei. Wir sollten Seminare über „die Intuitive Vermittlung von Gefühlswelten im kulturübergreifendem Kontex der Postmoderne “ abhalten.
      Gruß M.

  2. Benjamin Dietze sagt:

    Lieber Matthias,

    erstmal bin ich froh, daß du meinen recht dreisten Vergleich so positiv aufnimmst. Mir war schon etwas mulmig, als ich den obigen Post geschrieben habe. Denn anhand deiner Webseite (du sammelst ja offenbar recht abgefahrene Messer, zeigst in deinen Comics immer wieder gerne und ausführlich, daß du weißt, wie man mit sowas umgeht, und beschreibst offenbar mit viel Spaß an der Sache auch auf deiner Webseite die Gewalt in deinen Comics und Entwürfen, und viele deiner Einträge hier in deinem Blog sind, naja, etwas rudimentärer und hastiger geschrieben als deine positive Antwort auf mich) hatte ich schon Sorge: Kann sein, daß der Matthias selber so ein harter Hund wie Shelby ist, und womöglich denkt er noch, ich würde ihn beschuldigen, daß er da was geklaut hätte. Und mit jemanden, der solche Waffen sammelt, in seinen Comics immer wieder zeigt, wie man mit sowas umgeht, und ein so harter Hund wäre, sollte man sich wohl besser nicht anlegen! 😉

    Als spontane Vermutung, was die Ähnlichkeit angeht, hatte ich an eine Art unbewußte Beeinflussung gedacht (so, wie sich mir die Ähnlichkeit ja auch erst im Traum enthüllt hat), in dem Sinne, daß du das Bild auch von irgendwoher kennst, es irgendwann schonmal gesehen hast, und beim Entwurf des Covers hat dann dieser unbewußte Einfluß irgendwie mit reingespielt. Mit deiner Ausbildung und Karriere (wie du ja auch selber sagst, kritzelt du nicht einfach irgendwas, sondern machst dir sehr fundierte Gedanken über Bildsprache, sequentielle Auflösung und was du aussagen willst) wirst du ja keine Problem damit haben, Kunstwerke schnell in ihren Grundlagen zu erfassen und zu verinnerlichen.

    Das wenige, was ich über Bild- und Formensprache usw. weiß, beruht primär darauf, daß ich von klein auf als Fernsehkind vor allem viele Spielfilme gesehen habe. Dazu kam dann erst Scott McClouds epochales Werk: „Comics richtig lesen“ (das nicht allein für Comics gilt, sondern sich mit einer umfassenden Theorie zur visuellen wie narrativen Kommunikation und Archetypenbildung befaßt, weshalb es eigentlich zur Standardlektüre an den Unis in sämtlichen bildenden wie dramatisch-narrativen Künsten, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zählen sollte), und dann noch mehrere Ausbildungen im Bereich Mediengestalter Bild & Ton (was früher mal u. a. Cutter und Kameramann war). Oberflächlich dazu dann vielleicht noch einige Begriffe aus so Dokuformaten wie: „1000 Meisterwerke“ (was wohl besonders sprachlich in meinem ersten Post oben stark durchkam). Als sozial- und kulturphilosophische Grundlage dazu tendiere ich zu Adorno und Marcuse (s. auch Bergers und Luckmanns Sozialkonstruktivismus weiter unten), was auch wieder an den Undergroundcomics (Crumb, Shelton, Griffith, Seyfried) meines Vaters liegen könnte, mit denen ich lesen gelernt habe und aufgewachsen bin.

    Ich persönlich bin etwas vorsichtig, was im kulturellen Bereich die Vermutung einer universellen Bildsprache angeht, die für alle Kulturen und Zeiten gleichermaßen gilt. Natürlich, auch bei Freud gibt es den gewachsenen Fels unserer biologischen Natur, aber dieses Fundament ist so rudimentär, daß unserer zweiten, darauf aufbauenden Natur, also unserer Prägung durch Kultur und Erziehung (wozu ja auch das gesamte an einem jeweiligen Ort und zu einer jeweiligen Zeit geltende Kommunikations- und Zeichensystemen gehört), eine sehr große, sich nach allen Seiten hin auffächernde Bandbreite zur Verfügung steht, auch wenn wir unsere zweite Natur als ähnlich konkret und fix wahrnehmen wie unsere erste Natur. (Neuroplastizität usw.) Gelernt ist eben gelernt, und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Hinzukommt, daß unsere eigene Wahrnehmung unserer ersten Natur und unser jeweiliger Umgang mit ihr extremst und von Grund auf durch unsere zweite Natur, d. h. gesellschaftlich und kulturell, geprägt ist, so daß man oft genau aufpassen und umständlich herausarbeiten muß (siehe z. B. den Sozialkonstruktivismus der US-amerikanischen Soziologen Becker und Luckmann), was nun Natur und was Kultur ist, um annäherungsweise wirklich sowas wie Klarheit zu kriegen. Das vergißt man ja besonders in unserer heutigen Zeit der Big-Mac-isierung recht schnell, wo unsere heutige irrationale westlich-abendländische Kultur mittlerweile global hegemonial und allgemeingültiger Standard geworden ist.

    Ich bestreite nicht, daß bestimmte, einfache Motive und Archetypen vergleichbare Wirkungen in verschiedenen Kulturen haben können. Was man auf diese Weise dorthin vermitteln kann, wo das Verständnis der jeweiligen Tradition fehlt, ist aber (im Vergleich zu dem, was eine wirklich ausgefeilte Bild- und Formensprache dem jeweils über Reinwachsen in eine Kultur oder eine spezielle Ausbildung Eingeweihten vermitteln kann) äußerst primitiv, rudimentär und begrenzt, und vor allem die konkreten Ausdrucks- und Darstellungsformen an einem Ort wandeln sich im Rahmen der jeweils vorherrschenden Traditionen. Da hängen dann an den jeweiligen Motiven, Elementen, Stil- und Ausdrucksmitteln eine ganz eigene Geschichte, Assoziationen und Querverweise mit dran, die sich erst dem Eingeweihten bzw. Reingewachsenen voll erschließen. Wie McCloud sagt: „Willkommen in der mannigfaltigen und verwirrenden Welt der Symbole!“ Das Symbol und seine Bedeutung (was uns also der Künstler damit sagen wollte) hängen nur bedingt und vermittelt zusammen, und dieser Zusammenhang ist abhängig vom jeweiligen Bezugsrahmen, dem Kontext.

    Den abstrahierend stilisierten Symbolcharakter bezeugt ja auch schon der Begriff Bildsprache, Formensprache, die sich als System geltender und festgelegter Zeichen ähnlich wie die richtige, gesprochene und geschriebene Sprache räumlich und zeitlich recht unterschiedlich entwickeln kann (sonst wäre ja auch das Deutsche nicht nur durch die Nordsee vom Englischen getrennt, obwohl beides vom noch erkennbaren Ursprung her germanische Sprachen sind). Ein Blick z. B. auf das Design von Schmalfilmkameras der 70er von Kodak, Agfa und Fuji, und man sieht, was gemeint ist: Die westlichen Kameras entwickeln sich aus der klobigen, würfelformigen Box, die sie als Urform der Kamera mal war, zu kanonenartig nach vorne zeigenden Dingern, während ihre Bauform in Japan eher schlank und fahnenmastartig in die Höhe schießt. Ähnliches wie für die geographische Entfernung gilt für den zeitlichen Ablauf, wenn man bspw. die Promoclips der 60er mit den Musikvideos der 80er vergleicht.

    Und je weiter man den geographischen und zeitlichen Rahmen spannt, desto mehr entwickeln sich die Traditionslinien auseinander, weil sich die grundlegenden technischen und sozialen Entstehungs- und Produktionsbedingungen und mit ihnen die Biographien und daraus resultierenden Sichtweisen der Schöpfer, Künstler und Designer ändern (McLuhan faßt das im prägnanten und oft mißverstandenen Satz: „The medium is the message“ zusammen, der einfach nur auf die schon vor ihm existierende Erkenntnis verweist, wie sehr wir in unseren Sichtweisen von der uns umgebenden Technik und Kultur geprägt werden und wie sehr die Wahl des Mediums, trotz eventueller Anleihen und Inspirationen aus anderen Künsten, Ausdrucksmittel und Formensprache des Künstlers bestimmen). Auch wenn solche Entwicklungen unserer zweiten Natur natürlich auf dem rudimentären Grundfundament unserer ersten Natur stattfinden, die die Vielfalt unserer zweiten Natur erst ermöglicht, die dann aber wiederum unseren Blick auf unsere erste Natur prägt und oft verschleiert.

    Apropos Tradition: Bei deinem Cover würde ich genauso wie über Steichens Photo sagen, daß sie ein Produkt der westlich-abendländischen Kultur des 20. Jahrhunderts sind. Sie bauen beide auf der Kunst- und Kulturtradition des Abendlandes auf. Shelby steht auf deinem Cover z. B. links und blickt nach rechts: Das sagt uns als Westlern, daß Shelby gerade ankommt, am Anfang seines Hamburger Abenteuers steht, auf das er hier zugeht. In Asien (du hast ja auch mal diesen Manga gemacht) gilt dieses Rechts-Links-Schema schon nicht mehr. Und vieles, was die konkreten Mittel zur Stimmungserzeugung und die Feinheiten der Wirkung bei deinem Cover ausmacht, wäre wohl schon einem abendländischen Bauern (und in vielem sogar Gelehrten) des Mittelalters oder des 17. Jahrhunderts schon ziemlich unverständlich, befremdlich und verstörend gewesen (weil ihnen in vielem ganz einfach der Bezugsrahmen fehlt, der sowohl ein kunst-, aber eben auch ein zeitgeschichtlicher und gesellschaftlicher ist), wenn auch bei weitem nicht derart verwirrend und verstörend wie für einen Asiaten der gleichen Zeit. Daß deine Kunst aber natürlich verstörend ist und ja auch sein soll, steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt! 😉

    Dieser Rahmen westlich-abendländischer Kultur und Bildsprache erklärt schonmal einiges an der Ähnlichkeit zwischen deinem Cover und dem Photo des Amerikaners Steichen und warum wir als Mitteleuropäer beide verstehen können. Hinzukommt aber noch ein weiterer Aspekt, der die Ähnlichkeit erklären könnte (neben der Tatsache, daß ich deinen eiskalt-brutalen und verstörenden Zeichenstil zumindest zusammen mit den Aquarellkolorierungen, den du in den 80ern hattest, im internationalen Comic vor allem mit Bilal und seinen ähnlich hart-trostlosen Acrylzeichnungen vergleichen würde): So, wie Luc Besson als Frankreichs amerikanischster Regisseur gilt, wirken deine damaligen Arbeiten mit ihrer Vorliebe für Gewalt, knallharte Typen und diesen bestimmten Ton der bleakness, also einer zynischen Trost- und Hoffnungslosigkeit, für einen mitteleuropäischen Blick äußerst amerikanisch. Beim Durchblättern deiner Webseite habe ich auch gesehen, daß Amerika ja mal sowas wie dein Sehnsuchtsland war, und von Wikipedia weiß ich auch, daß du ja mal Bukowski adaptiert hast. (Deine Texte in der Story von Shelby wirken aber glücklicherweise viel natürlicher als diese ganzen schlechten, viel zu wörtlichen Filmsynchros und oft auch Comicübersetzungen aus dem Englischen.) Von daher ist es als Europäer komisch, wenn man andersrum von der amerikanischen Kritik hört, die deine so amerikanischen und brutal-bleaken Comics eine eher filigrane europäische Lyrikqualität zuschreibt.

    Und apropos amerikanisch: Ist dir eigentlich aufgefallen, daß der Film: „12 Monkeys“ (1995) von Terry Gilliam in der ganzen eiskalt-düsteren Stimmung und dem fast schon schicksalsgläubigen, unabänderlichen Fatalismus, mit dem sich die Handlung im Rahmen einer riesigen Zeitschleife geradezu schicksalsartig und unentrinnbar-alptraumartig entfaltet, sehr stark wie deine Story von Shelby wirkt? Catalan hat ja deine Story Ende der 80er auch auf Englisch rausgebracht, woher Terry, der kein Deutsch spricht, sie kennen könnte. Shelby wirkt für mich (auch, wenn er ein 2-Meter-Schrank wie Liam Neeson ist und in anderen Panels mal etwas von Paul Newman oder, mit längeren Haaren, Westernhagen hat) als harter Hund und Knastbruder, der zwischen Wahn und Wirklichkeit zu zerbrechen droht, vor allem wie Bruce Willis (vor allem, wie er in: „12 Monkeys“ rüberkommt, wo er als beauftragter bzw. entflohener Strafgefangener auch nicht mehr weiß, was echt ist und ob er wahnsinnig wird), und im Kopf höre ich bei Shelbys Sprechblasen auch immer Manfred Lehmann, Bruce Willis‘ deutschen Sprecher. Eine in der Umsetzung weniger gelungene und entferntere Hommage an Shelbys Story habe ich auch im deutschen Fernsehfilm: „Schilf – Alles, was denkbar ist, existiert“ (2012) gesehen.

    Was Shelbys Story angeht, bin ich auch neugierig, etwas darüber vom Schöpfer selber zu erfahren: Kamen die Plots für Shelby und die: „Haie von Lagos“ von dir oder von: „L’echo des savanes“? In einem Comicforum habe ich mal im Vorbeigehen gelesen, daß dir die Story von: „Die Haie von Lagos“ wohl weniger lag. Mir ging’s damals, als ich Mitte der 90er, als Shelbys Story vor rund einem Jahrzehnt rausgekommen war und ich etwa 12 war, in der Hamburger Zentralbibliothek (damals noch in Große Bleichen) ähnlich: Bei den: „Haien von Lagos“ habe ich schon am Cover gesehen, daß mich das (wie Moebius‘: „Diffool“ oder einige frankobelgische Sachen in der optischen Tradition von Herge) nicht sonderlich interessiert hat, „Trucker“ und: „Night Taxi“ hab‘ ich wohl mal durchgeblättert und dann wieder zurückgelegt, aber die Story von Shelby hat mich (ähnlich wie die Sachen von Bilal, Schuiten/Peeters und Marc-Antoine Mathieu) gleich vom ersten Band an gepackt. „Lebenslänglich“ stand damals versehentlich bei den Kindercomics in der Abteilung für Kinder- und Jugendbücher, und erst dadurch, daß ich, als ich das nächstemal da war, unbedingt wissen wollte, wie’s mit Shelby weiterging, habe ich überhaupt erst die Abteilung für Erwachsenencomics, die direkt neben der Sci-Fi- und Fantasybelletristik lag, entdeckt (das Personal hat bei der Ausleihe auch nie irgendwelche Fragen gestellt oder sowas). Das Ende in der Hütte in Labrador verstört und fasziniert mich bis heute, auch wenn ich heute mehr vom quantentheoretischen Hintergrund von Shelbys Story und Amselsteins Notizen verstehe.

    Ich habe auch in einem Comicforum gelesen, daß du auf einem Comictreffen (Erlangen?) vor der Fertigstellung mal jemandem ein ganz anderes Ende von Shelbys Story erzählt hättest, das angeblich: „viel besser“ gewesen wäre. Was mich wundert, weil Shelbys tragisches Ende im Rahmen der Story sehr konsequent und folgerichtig, geradezu bedrückend schön wirkt (im Sinne von Schillers Unterscheidung zwischen Schönheit und Anmut, die besonders in der modernen Kunst ab der Klassischen Moderne der 20er zum Tragen kam, und die auch bei einem Künstler wie dir, der mit einer so unglaublich wuchtigen wie effizienten Beherrschung der Sprache deines Mediums sehr viel Häßliches und Brutales zeigt, wichtig ist). Aber soweit ich mich erinnere, meinte der Mensch in dem Forum, der dieses ominöse andere Ende: „viel besser“ fand, auch, er hätte Shelbys Story mit den komischen Visionen, dem Quantenzeugs und der ganzen mystisch-düsteren Alptraum-Stimmung/Alptraum-Logik eh nie verstanden! 😉 Aber trotzdem: Was soll das für ein: „anderes Ende“ gewesen sein?

    • Matthias Schulttheiss sagt:

      Habe deinen Beitrag gelesen und habe auch einige Antworten. Bin jetzt aber müde, genehmige mir noch ein Drink und sehe mir eine Folge von Bloodline an. Ein Meisterwerk. Ich habe richtig Herzklopfen beim sehen. Nur kurz zu meinem Alter ego Lamberd. Ich mag ihn sehr aber ich möchte nich mit ihm nicht in einer Bar sitzen und trinken. Im Gegensatz zu Bukowski. Lambert ist sehr weit weg von mir und würde mich nicht verstehen. Ich beobachte ihn nur. Und meine Waffen beschränken sich auf das was Du im Netzt gesehen hast und ein Taschenmesser sowie eine Steinschleuder. Natürlich interesiere ich mich für Waffen aller Art, deren Technik und Anwendung. Besonderst selbstgebaute und improvisierte Waffen. Und gerade Messern kann ich eine gewisse Esthetik nicht absprechen. Aber meine ganz Begeisterung und Liebe gehören den Jagdflugzeugen aus dem zweiten Weltkrieg. Speziell die aus dem Pazifik Krieg.
      Und Lamberts Ende war genauso geplant wie es zu sehen ist. Der Geschichte liegt übrigens das Buch eines Amerikanischen Wissenschaftsjournalisten zugrunde. Zukaf oder so ähnlich. Es behandelt unter anderem das Bells Theorem und heißt“der Tanz der Wu Lie Meister“ oder so ähnlich. Der Titel Lebenslänglich wurde vomn Charlsen Verlag ausgebrütet. Die Idee dazu war von mir. So jetzt wars doch mehr und der Drink wird besonderst gut schmecken. Gutes Nächtle.

  3. Axel sagt:

    „… muß er erfahren, das er selber der Wissenschaftler ist der das Experiment eingeleitet hat. Aber dieses Wissen kann ihn nicht mehr retten.“

    Hallo,
    so offensichtlich, wie es lapidar in dem Intro steht, habe ich es 1987 aus den Comics nicht herauslesen können. Toll… da les ich mich gleich mal wieder ein.
    Cheerio!!

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