Sturm

Bevor es richtig losgeht einige Erinnerungen. Irgendwann zwischendurch hatte ich so eine halbherzige Empfindung, Lamberd wieder zurück zu holen. Ich plante eine Geschichte die zu kompliziert war und an der mein Herz auch nicht hing.Auf jeden Fall begann sie mit einem riesigen Sturm. ( Damit wird die neue Story auch wieder beginnen. )  Dann begann ich mit den ersten Seiten. Sie gefielen mir nicht richtig, es waren Fehler darin und überhaupt war ich wieder bedient. Nach diesen Seiten beendete ich das Projekt. Ich glaube, das war vor 7 Jahren. Aber ich denke, es ist mal ganz interessant auch über Dinge zu sprechen, die nichts wurden. Sozusagen Fehlentwicklungen. Das kennen vielleicht auch die von euch, die sich selber an dieser Materie aufreiben. Aber Irren ist menschlich und darüber zu sprechen ist auch ein Teil der Bewältigung unseres angeschossenen Egos. Also zieht Euch die Seiten rein. Und wem etwas auffällt, schreibt es. Nur zu. An diesen Diskusionen kann man nur wachsen.

Lamber fährt auf der Flucht aus Largos in einen Sturm. Das Boot hat Spritfässe an Deck, um die lange Überfahrt zu bewältigen. Seine Freundin (habe ihren Namen vergessen) bekommt Angst. Im Gegensatz zu Lamber, der erst lebendig wird, wenn er dem Tod ins Auge sehen kann. Aber in diesem Falle hat auch er sich übernommen.

Bis hierher alle Freunde von Lamber ist es nur Kinderkacke. Es wird eine Hölle, die jeder Beschreibung spottet und so wie ich es vor meinem inneren Auge sehe, hat es das auch noch nicht im Comic gegeben. Aber ich kann mich täuschen. ich kenne ja bei weitem nicht alles, was publiziert wurde.

Dämonen

So, bin mit der“ Frau auf dem Fluss“ fertig. Habe zwischendurch drei Seiten zerfetzt weil sie scheiße waren und mich im Schuppen bei meinem Trecker betrunken. Will mir nicht in den Kopf das mir so was noch nach 40 Jahren passiert. Passiert aber immer mal wieder. Deswegen habe ich immer einen Kasten Bier im Schuppen und eine Schachtel Zigaretten. Außerdem einen alten Kassettenrecorder und einige Tapes von Little Feet, Lynyrd Skynyrd und einigen anderen gitarrenschwingenden Desperados. Hüttentür auf, Sterne über mir, mein Trecker richt lecker nach Öl und Heu, Flasche in der Hand und Fluppe, was will ich mehr. Es tröstet über so manches hinweg, solange noch Bier im Kasten ist.  Ein Guter Freund sagte mir, du hast es dir ja ausgesucht. Ich sagte falsch,  es sind Dämonen die meinen Weg bestimmen. Das gute bei so einer Session ist, meine Helden kommen mich offt besuchen. In letzter Zeit war es Lamber der Pirat mit dem Monokel. Komm sagt er. Lass uns loslegen. Ich habe Lust ein paar Leute umzulegen, Schiffe auszurauben und den ganzen Scheiß. ich habe ihm gesagt. Warte ab, es geht wieder los, aber es wird hart für dich. Du wirst zerschossen, ertänkt und kaum hast du das Gold wird es dir wieder zwischen den Fingern zerinnen. Ich weiß nicht ob dir das gefallen wird. Er nahm mich in den Arm und sagte. Na und, es ist eben so du verpisster kleiner Zeichner. Aber ich darf es leben. ich tue all das was du dich nicht traust. Du solltest mir dankbar sein, das ich diesen fuck Scheiß für dich mache. Oder willst du etwa mitkommen? Ich antwortete ihm und sagte. Mein Gott würde ich das gerne tun. Aber ich habe einfach Schiß. Ich brauche mein kack Bett und ich will auch keine Kugeln und den ganzen verfluchten Scheiß in mir stecken haben. Das tut einfach weh, und so sterben will ich auch nicht. Lamber sah mich aus der dunklen Ecke an, wo das Sternenlicht durch das kleine Fenster nicht hinkam. Sein Monokel blitzte kurz auf wenn er den Kopf bewegte. Ich konnte sogar seine sonnengebräunte Haut richen. Lass mich nicht zu lange warten, sagte erleise. Ich muss wieder los. Wenn du mich nicht wieder tun läßt was ich will, werde ich sterben wie ein Vogel im Käfig. Dann löste er sich in der Dunkelheit auf.

Oben erste Überlegungen zu Daddy. Der Erlöser ist im Pick Up auf  Tour.

Weiter Skizzen. Der blinde Chris mit seinem Führer.Da er nicht sehen kann, ist er auf Hilfe angewiesen

Die Charaktere sind klar. Unterwegs mit allem was sie brauchen. Der Blinde Chris und der Zwerg.

In Farbe. Die beiden auf dem Dach eines Hauses.

Die Säuberung des Tempels. Eine Crackhöhle wird gesäubert

Trost gegen das Elend.

Das  wars erstmal für Daddy. Mehr gibts heute nicht.

Gewalt

Ja, es handelt sich um Lamber, den modernen Piraten. Anbei einige Proben die ich schon vor längerer Zeit anfertigte.  Sie sind also noch nicht verbindlich sondern Moods. Stimmungsbilder

Lamber nach dem Sturm

Nebenbei ist die zauberhafte Delia von Splitter nicht ganz unbeteiligt an dem Fortgang der Geschichte.  Sie hat mir zugeredet und gesagt, dass es noch Leser gibt, die Lamber haben wollen. Auch einige Jungs in Erlangen fragten mich danach. Das hat mir Mut gemacht. und außerdem, ich muss es zugeben, nach dieser schönen, sanften Geschichte von Bill haben ich wieder Lust auf eine härtere Gangart. Unten,das Boot vor dem Sturm. Links, Lamber mit kaputtem Bein.

Kurz nachdem Reise mit Bill erschien, habe in einem Forum gelesen, das sich einer Leser in folgender Weise geäußert hat – Reise mit Bill war ihm zu saft und kraftlos, und Lamber ein Produkt  sinnloser Gewalt.

Das ich zeichnen kann, hat er mir allerdings zugebilligt. Dazu möchte ich folgendes sagen. Diese immer wiederholte Bemerkung über sinnlose Gewalt stimmt so nicht ganz. Gewalt mag für Außenstehende keinen Sinn ergeben, jedenfalls keinen für ihn nachvollziehbaren. Aber allem was geschieht liegt eine Ursache zugrunde. Egal wie fragwürdig oder unbegründet sie erscheint.  Hass, Eifersucht, Macht, Sadismus, Habsucht – es sind alles Gründe, zummindestens für den Täter. Sie unterliegen  auch oft, trotz ihrer Brutalität, einer in den Augen des Täters begründeten, folgerichtigen Konsequenz.  Auch wenn wir sie nicht akzeptieren und die Vorgänge zutiefst unmoralisch sind.  Selbst Staaten benutzen „sinnlose Gewalt“ um ihre Ziele zu erreichen.  Im Zusammenhang mit Seeräuberei oder sonstigen kriminellen Betätigung ist sie nicht wegzudenken. Es währe gelogen. Gewalt, in welche Form auch, zu leugnen. Sie ist  Bestandteil der Menschheitsgeschichte, auch wenn man sie persönlich ablehnt. Natürlich könnte ich darauf verzichten. Dann darf ich keine Geschichte über moderne Seeräuberei zeichnen. oder die Geschichte von der Frau auf dem Fluss. Das ist das, woran ich gerade arbeite und das mich verdammt viel Nerven kostet. Ein Seite habe ich schon zerfetzt. Bei Reise mit Bill war es auch eine. Mann, wenn es nicht läuft – das macht mich fertig. Schnaps her…..  Mit dem Bildeinfügen habe ich auch noch nicht richtig raus. Beim Nächsten Mal mehr von „Frau auf dem Fluss“ und „Daddy“.  Aber zum Schluss ein Bild von Ihr…

Zukunftpläne

Es ist gut, endlich eine Möglichkeit zu haben mit euch Kontakt aufzunehmen und etwas über eure  Gedanken zu meiner Arbeit zu erfahren.  In Erlangen bin ich einigen von euch begegnet. Eure Treue hat mich berührt. Ich sah eure Gesichter. Wir sind zusammen älter geworden.  Ich hatte eine lange Pause und trotzdem wart ihr wieder da. Danke.

Es geht um Geschichten. Vielleicht sogar um Geschichten die wir gerne leben würden, uns aber nicht trauen. Also lesen wir sie, oder zeichnen sie. Daher  erstmal einen kurzen Abriss meiner Pläne um euch Appetit zu machen.

Also, Reise mit Bill ist abgeschlossen. Desweiteren ist abgeschlossen ein Buch mit dem Namen „Daddy“. Eine Geschichte über Jesus der blind und Drogenabhängig immer noch unter uns wandelt.  Erscheint dies Jahr bei Glenat.

Ebenfalls  für Glenat arbeite ich an den letzten 20 Seiten von “ Frau auf dem Fluss“. Eine Geschichte über Sühne und Liebe.

Und last noch least, die Story ist schon geschrieben und ich habe Herzklopfen wenn ich nur daran denke. Ich traf ihn in eine Bar inmitten eines  Asiatischen Inselgewirrs. Er grinste mich an und sagte. „Ich lebe noch.“ Er siehr  gezeichnet aus. Narben. Falten. Älter geworden.  Sein Monokel blitzt in der Sonne. Er hat einen blutigen Hammer in der Hand.“ Einige tun sich schwer zu reden“ sagt er leise. “ Lass mich in Ruhe du Scheißkerl“, sagte ich. Er kam ganz nahe zu mir. „Nein“ sagte er. „Das willst du nicht. Ich bin die andere Seite deiner Seele. Du wirst mich nicht los, und du willst es auch nicht. Wir haben das gleiche Blut“.

Lamber ist wieder da.

Die Reise mit Bill

Matthias Schultheiss gehört zu den wenigen deutschen Künstlern, dessen Werk international einen absoluten Klassikerstatus genießt. Es erfüllt uns mit Stolz, nach über 15 Jahren sein Comeback präsentieren zu dürfen! Eine ziegelsteindicke Graphic Novel voller Poesie und ruhiger Zwischentöne, ein besinnliches Roadmovie und eine Reise in das lyrische Spätwerk eines genialen Erzählers und Künstlers.

Die Reise mit Bill erzählt von Luke und seiner Tochter Tweety, die ziellos auf den Straßen Amerikas unterwegs sind und auf das eine, entscheidende Ereignis warten, das ihr Leben verändert. Als sie dem Vietnam-Veteranen Bill begegnen, ahnen sie noch nicht, dass er ihrem Schicksal die Wende geben wird. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach einem mächtigen Schamanen, der Bill zu seinen Beinen verhelfen soll, die er einst bei einem Hubschrauberabsturz verlor.

Ein großes, elegisches Abenteuer zwischen Traum und Realität, nach dem nichts mehr ist wie zuvor.

Bitte kommentiert, diskutiert mit ihm und uns über Reise mit Bill in diesem Blog.