Bukowski – das Making of

Ich war erstaunt als ich mein Bukowski Skizzen Ordner geöffnet hatte. Das alles ist jetzt schon 36 Jahre her. Leicht vergilbt und verknittert sah mich meine Vergangenheit an – und ihre Hoffnungen. Damals arbeitete ich am Flughafen als Loader und zeichnete in den Pausen an Bu8kowski. Die letzte Option für einen Durchbruch als Comiczeichner nachdem sich Trucker in Frankreich im Sande verlaufen hast. Aber ich muss sagen, die Zeichnungen hätte ich heute auch nicht besser machen können. Aber zurück zu den Skizzen. Es gibt nur 3 Storys im a4 Format ( Kid Stardust, Zwei Trinker und Zito und Baby), die anderen sind alle klein, mehrere Seiten auf einem Blatt. Kaum zu entziffern aber mit Textblasen. Wo sind die ganzen großen Vorzeichnungen geblieben? Allmählich viel mir wieder meine damalige Vorgehensweise ein. Die beiden Storys in a 4 Skizzen musste ich noch mal in a3 zeichnen, meine damalig Arbeitsgröße. Ich sparte mir also die weitere mühe, legte die Storys nur in Miniaturen an, um einen rotzen Faden zu haben, auch für den Text, und machte die richtigen Vorzeichnungen dann in a3. Ich überzeichnete sie mit Tusche und radierte sie dann aus. Also waren sie verschwunden. Doch dann fand ich in den Tiefen meines Wunderschrankes ein dicken, gebundenen a4 Ordner. Ich hatte damals wohl von jeder Vorzeichnung eine Sicherheitskopie gemacht und diese dann binden lassen. Warum? Als das Buch fertig war wollte es der Auftraggeber, der damalige Chef von 2001 das Buch nicht mehr raus bringen. Seine neue Lebensgefährtin fand das alles ekelig. Kurze Röcke, saufen, Weiber und oh Gott,ficken. Dafür hatte sie ihren Neuen dann dazu gebracht Bücher über Hunde Homöopathie herauszubringen. Bestimmt eine gute Geschäftsidee. Aber beim Vögeln hätte ich ihnen nicht zusehen mögen. Ein Frau die ihrem Kerl erst die Eier abschneidet und ihn dann auf den Hund bringt, kotz würg. Na ja, jetzt lache ich, aber damals hat es mich schwer erwischt und ich habe den Beiden Sanft und Gutmenschen die Pest an den Hals gewünscht. Aber ich wollte mein Buch ja nun einmal sehen, auch wenn es nicht zur Welt kommen durfte. Also habe ich Kopien gemacht und sie in einem Studentenladen mit eine Klebebindung versehen lassen. Eins mit den Kopien von den Originalen und eins mit den Vorzeichnungen die es nicht mehr gab. Aber das möchte ich nicht mehr auseinanderreißen und wenn man es zu stark öffnet um es auf den Kopierer zu legen bricht die alte Klebung.

Aber ist auch egal. Was ihr unter Comicbooks / Bukowski /Skizzen Bukowski findet ist sozusagen die Uhrversion die ich mit klopfenden Herzen und halb besoffen vor Glück über diesen Job aufgezeichnet habe. Es ist bestimmt 90% der Skizzen in die Vorzeichnungen eingeflossen. Formal und von der Idee waren sie auf den Punkt.

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