Tödliche Fische, Musik und ein gewisses Parfum

Ist schon eine komische Mischung an Inhalten. Aber so kommen mir die Bilder aus den Schubladen entgegengeflattert. Teilweise weiß ich nichteinmal wofür ich sie gemacht habe. Meine Gedanken merken sich nur die großen Bögen und Leidenschaften. Den Kleinkram den ich machen musste fällt durch das Raster der Zeitmatrix. Aber das Ordnen und Archivieren ist nötig und angesagt. Also bei den Bildchen mit Bambusrahmen geht es um die Sehnsucht der Japaner einen tödlichen Fisch zu verspeisen. Den Kugelfisch. Seine Leber oder etwas ähnliches ist enorm giftig und wenn beim Sezieren nur ein Hauch davon am essbaren Teil des Fisches bleibt, ade du schöne Welt. Stelle mir das verspeisen des Fische so vor wie russisches Roulette oder mit dem Mund an einer Schrotflinte nuckeln während mein besoffener Freund versucht das verklemmte Schloss zu reparieren. Hab’s noch nie versucht aber vielleicht ist es extrem erotisch stimulierend.

Die anderen Bildchen habe ich mal für eine Musik oder Stadtteilmagazin gemacht. Und das letzte, der Fall unserer damaligen Mauer zierte ein Etikett eines extrem teuren Weins den die Schweizer CO OP rausbrachte. Die Flaschen sollten 30 Jahre lagern und wurden in gefütterten Holzschatullen verkauft.

Nach langem Ringen bekamen alle Zeichner, es waren aus ganz Europa die Besten der besten, ( Cosey, Munoz, Bilal, Loustal, Swartje) je eine Flasche.  Das hatten wir Kuno Affolter zu verdanken der damals in Zürich (glaub ich jedenfalls) die Vernissage zur Übergabe des Weins managte. Auf dem Bild bin ich glaube ich mit Loustal und Cose zu sehen. Jeder mit der Flasche seines Motivs.

Naja, 10 Jahre später saßen ein paar gute Freund von mir im damaligen Hamburger Atelier zusammen und hatten bis auf das Parfum meiner Freundin alles weggetrunken. Ich beschloss den Edelwein raus zu tun. Er war ja immerhin schon 20 Jahre alt. Leider stand er die Jahre über in einem ungeheizten Abstellraum. Was soll ich sagen, aus der Flasche kam nur beschissener, fader Traubensaft. Der Frost hatte wohl das edle Bukett gekillt. Da haben wir dann lieber das Parfum meiner damaligen Freundin weggeschlürft. In kleinen Portionen, mit Milch und Honig gestreckt. Irgendjemand hatte etwas von Met gefaselt und das die Germanen auch alles gesoffen haben wenn sie nicht mit Beilen und Äxten um sich geworfen haben oder Römer gekillt haben. Wir fühlten uns in dieser Nacht sehr Germanisch. Zum Glück ist keiner erblindet, das lag vielleicht auch an den riesigen Tüten die kreisten. Meine Freundin hatte ihr Duftwasser nicht mehr vermisst.  Sie hatte jemand gefunden der ihr ein noch teueres Parfum kaufte. Meins war zugegebenermaßen nicht sehr teuer. Aber ich fands gut. Hatte so einen Duft nach zu stark geschminkt, zu rotem Mund, Laufmaschen und Rock ein Tick zu kurz. Hat schon gepasst. Damals. Also alles easy, null Problemo.

Comments
One Response to “Tödliche Fische, Musik und ein gewisses Parfum”
Leave A Comment

Um mich vor SPAM zu schützen, ist es notwendig, dass Sie vor dem Absenden die kleine Aufgabe lösen. Vielen Dank. *

Share this post with your friends

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest