Von Boxern, Ziegen und Bleistiften

Wenn Boxer nichts zu tun haben, ich rede von Profis und nicht von den Deutschen Gutmensch Boxern die nach jedem Kampf wie Affen in der Ringecke hängen und sich stundenlang beim Publikum bedanken, das sie bei ihrem beschissenen Kampf nicht ausgepfiffen worden sind, dann vertreiben sie sich die Zeit mit vielerlei angenehmen Dingen.

Sie hängen in Bars ab, gehen in den Puff, machen mit Nutten rum und hauen Taxifahrern eins aufs Auge. Ansonsten schlafen sie lang, gucken stundenlang in die Glotze oder geben blödsinnige Interviews. Außerdem crusen sie natürlich mit einem tollen Auto durch die Gegend und machen Mädels an die sie anschließend noch mal verhauen.

Aber ist ja klar, dass das auf die Tasche geht und dann müssen sie mal wieder einen Kampf machen. Das ist dann nicht so wie bei den Fußballprofis deren Leben zwischen den Spielen ausschließlich nur aus Training und Models heiraten besteht. Die Boxer klotzen nur rann, wenn sie wieder richtig ran müssen. Um ein Gürtel zu verteidigen, oder für die Ehre des Bruders kämpfen, oder der Manager will wieder mal Knete sehen oder sie lassen sich eben mal wieder scheiden. Dann ziehen sie in ein Trainingscamp, stemmen Baumstämme, laufen unendlich weit, geben Pressekonferenzen und beschimpfen ihre zukünftigen Gegner.

 

Da im Camp ja keine Frauen zugelassen werden, das war jedenfalls mal so damit sie die richtige Agro kriegen, ficken sie vielleicht auch mal ne Ziege oder ne Kuh die auf der Weide steht. Darüber reden sie natürlich nicht, das wäre ja fast so schlimm wie schwul und ein Boxer will eben genauso ein Typ sein wie du und ich. Also ganz normal.

So ähnlich ist das bei mir auch. Lange keinen Stift mehr angefasst, aber der Vermieter will Knete oder ein russisches Partymädchen behauptet,  das ich mit ihr im Besenschrank Aktzeichnen gemacht habe. Guter Anwalt und schon heißt es – Knete her. Also ich muss wieder mal rann. Ziehe mich in mein Camp zurück und fange an mit Bleistift und Farbe oder Fotoshop zu trainieren. Natürlich mache ich nicht mit Ziegen rum.Und Laufen tu ich nur zum Bierkasten. Ist ja mehr ein mentales Training. Aber trotzdem ist es verdammt anstrengend. Bis dann der erste Gong kommt. Das heißt die erste, leere, weiße Seite. Die kann einem wirklich Angst machen, auch wenn alles gut vorbereitet ist. Das steht mir jetzt bevor. Aber vorher dachte ich mir, zeige ich euch mal einige Trainingseinheiten. Vielleicht tauchen sie so oder ähnlich nachher im Buch auf. Ich weiß es auch noch nicht, ich wollte nur mal ein Gefühl für Lamber und seine Geschichte bekommen.

1.Für den Sturm, Wellen und alles was damit zusammenhängt. Und 2. Für Lamber. Die Bestie in Lamber. Das Grausame und Rachsüchtige. Was mit seinem Gesicht geschieht wenn er schreit und wütend ist und seine Körperhaltung im Kampf und Action. Mögliche Bildkompositionen und Blickwinkel. Das andere, die

Poesie und das Verletzliche, das was er versucht zu verstecken, das was ihn krank macht, das kommt nachher bei der Ausführung von selber.

 

Und nach dem Sturm nochmal Lamber in Acton, denn ich will hoffen er überlebt den Stress.

Ihr wisst ja, er kann verdammt zornig werden.

Sehts euch mal an. Vielleicht findet ihr so eine Stelle später im Buch.

Comments
5 Responses to “Von Boxern, Ziegen und Bleistiften”
  1. Alex sagt:

    Eine tolle, stimmungsvolle Geschichte!
    Macht heiß auf das Ergebnis!
    Falls du mal ein “make of”-Album machen solltest – das muss unbedingt mit rein!

  2. kaifalke sagt:

    Im aktuellen Zack-Magazin ist ein Artikel über Dich, Matthias 🙂 (Für alle Schultheiß-Fans, ab Mittwoch im Handel erhältlich).

    Eine Spinnerei von mir 🙂

    alle Hamburg-Comics in einer einheitlichen Edition herausbringen und dann Hamburg mäßig verbreiten 🙂 sprich in Buchhandlungen eben dort mithinstellen wo es um Hamburg geht,sprich mit der Tourismus-Zentrale zusammenarbeiten (denen diese Edition in Hamburg entsprechend bekannt machen und verkaufen),

    • Matthias Schultheiss sagt:

      Lieber Kai,
      danke für den Hinweis mit Zack. Bin gespannt was sie schreiben, den mir haben sie nichts geschickt. Allerdings waren ihre Fragen die sie mir geschickt haben so ga ga, das ich sie garnicht erst beantwortet habe. Das mit der Zusammenfassung für Hamburg ist eine schöne Idee. Dafür bin ich nur nicht der Ansprechpartner. das müsste ein Verlag machen. Es ist nur so das sich die wenigsten Touristen für Comics interessieren. Und die Tourismus-Zentrale hat bestimmt etwas gegen die doch erheblichen Gewaltschilderungen. Die Leute sollen in Hamburg keine Angst bekommen sondern Pommes essen. Aber wie gesagt, vielleicht solltest Du mal Delia von Splitter dafür ansprechen.
      Gruss Matthias.

  3. kaifalke sagt:

    Hallo Matthias,

    danke für Deine Antwort 🙂

    ist aber schade, das sie Dir kein Exemplar geschickt haben.Ab Mittwoch 27.4. solltest Du am Bahnhof Wandelhalle ein Blick ins neue Zack werfen können 🙂

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